
Längst hatte die GVG aber ihre Fühler auch nach anderen Geschäftsfeldern ausgestreckt: In 1997 gründete die GVG mit der NetCologne die NetErft und machte damit für rund zwei Jahre einen kurzen Abstecher in die Welt der Telekommunikation.
Am 1. August 2000 folgte die Übernahme einer Dienstleistung für die Stadt Frechen. Das Unternehmen sorgte für die kaufmännische Verwaltung des Frechener Entsorgungs-, Bau- und Servicebetriebes. Mit den Stadtwerken Hürth gründete die GVG drei Jahre später die Wärmegesellschaft Rhein-Erft mbH - eine gemeinsame Gesellschaft, die sowohl Fernwärme als auch Gas anbietet. Entsprechende Kombinations-Produkte sollten optimal auf die Bedürfnisse der Kunden im Gewerbegebiet Hürth zugeschnitten werden.
Daneben stellte sich der Versorger auf das neue Energiewirtschaftsgesetz ein, das die europäischen Bestimmungen zum liberalisierten Energiemarkt in deutsches Recht umsetzte. Dazu gehörte vor allem die Trennung der Bereiche Netz und Vertrieb, das sogenannte „Unbundling“. Der Gedanke: Jeder Händler von Energie, ob Strom oder Gas, muss die vorhandenen Netze zur Belieferung gewonnener Kunden benutzen können. Schließlich macht es wirtschaftlich keinen Sinn, mehrere Leitungen parallel zu bauen. Diese Netze gehören den etablierten Versorgern, zum Beispiel der GVG. Damit nun die GVG gegenüber den konkurrierenden Händlern nicht davon profitiert, die Verwaltung des Netzes im eigenen Hause zu haben, muss sie diesen Bereich abtrennen. Deshalb sind Buchhaltung und Datenverwaltung zwischen Netz und Vertrieb zu entflechten. Größere Versorger müssen sogar getrennte, rechtlich selbstständige Netz-Unternehmen gründen Die GVG vollzog diese Trennung frühzeitig. Sie unternahm noch mehr: Am 31. Mai 2005 beschloss der Aufsichtsrat eine Beteiligung an der „Rheinischen Netzgesellschaft“ (RNG) , einem Zusammenschluss mehrerer Netzbetreiber. Die Geschäftsführer Metze und Röttger sprachen von der „Chance, die Veränderung durch das neue Energiewirtschaftsgesetz gemeinsam mit den Partnern in der Region zum Nutzen für die GVG zu meistern“.
Für die Zukunft will sich die GVG als führender Partner in der Region für Energie, also auch für Strom und für Wasser, entwickeln (Konzepte sind in Arbeit). Damit ist sie für die nächsten 50 Jahre gut gerüstet. Mit rund 90 Mitarbeitern und zwei Geschäftsführern bringt sie über 80.000 Kunden eine umweltschonende, komfortable und effiziente Energie ins Haus. Und mittlerweile auch auf die Straße - durch den Bau von Erdgastankstellen und der finanziellen Förderung von Erdgasfahrzeugen.





