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"Finger weg vom Gas"

Bereits kurz nach der Gründung sprühten die Funken. Die Mitarbeiter der GVG zogen im April 1956 die ersten Gräben, senkten die Versorgungsrohre ab und verschweißten sie. Nach vier Monaten waren schon fast 40 Kilometer und 363 Hausanschlüsse in die Erde verlegt. Die GVG begrüßte ihre ersten 19 Kunden. Ende 1957 sollten es 967 sein – noch zu wenig, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. „Die Bevölkerung tritt dem Gedanken einer Gasversorgung nur sehr zögernd näher,“ beschrieb etwas steif der Geschäftsbericht die Situation.

Auch das örtliche Handwerk zögerte eine Weile. GVG-Betriebsingenieur Christian Ziemer bekam von Installateuren in Frechen zu hören, „dass man lieber die Finger vom Gas lassen solle“. Es mangelte ebenfalls an Händlern, die Gasgeräte in ausreichender Zahl und Vielfalt anboten. Die Nachbarschaft half: Installateure aus Köln und Brühl sprangen ein und brachten das Gas in die Häuser nach Frechen, Hürth und Wesseling; mit Geräten, die die GVG selbst besorgte. Das rief dann doch die Handwerker im Landkreis auf den Plan – und mit einem Mal begann so mancher, Kurse in Gastechnik zu belegen.

Ende der fünfziger Jahre sah sich die GVG gezwungen, rund ein Drittel ihrer Mitarbeiter zu entlassen. Die Verluste hatten sich weiter angehäuft, weil die geringe Anschlussdichte und die damit verbundenen hohen Investitionen der Ersterschließung nicht wirtschaftlich waren. Öl blieb der größte Konkurrent, der auch der Kohle immer mehr Marktanteile raubte. Wenigstens kamen die Gekündigten gleich wieder unter, denn Fachkräfte wurden überall gesucht.

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