
Mehr Absatz und Umsatz bedeutete natürlich auch mehr Aufwand. Anfang der achtziger Jahre betreuten nun bereits 38 Mitarbeiter der GVG fast 16.000 Kunden. Mit Vorträgen, Beratungsgesprächen und einem Infomobil warb das Unternehmen immer stärker und professioneller für Erdgas. Aber die Baukonjunktur erlahmte, weil die Hypothekenzinsen nach oben schossen. Die Zuwachsraten für Neuanschlüsse sanken.
Die angespannte Wirtschaftslage konnte die GVG durch die Erschließung weiterer Versorgungsgebiete kompensieren. Erftstadt hatte den größten Nachholbedarf, aber auch einige Bereiche Pulheims. Oft ging es zügig voran: So dauerte es von der Ankündigung, eine Erdgas-Transportleitung von Brauweiler über Sinthern nach Geyen zu legen, bis zur Fertigstellung lediglich fünf Monate. „Zuerst war es Holz, dann Kohle, danach die Elektrizität, das Öl und schließlich das Erdgas“, resümierte Pulheims Bürgermeister Willi Mevis gewichtig die kleine Energiegeschichte seiner Gemeinde, als die erste Erdgasflamme im Juni 1983 entzündet wurde.
In anderen ans Netz angeschlossenen Gebieten, etwa den Randbereichen Kölns, brachte die Akquisition immer wieder neue Kunden. Und das trotz verstärkter Werbeanstrengungen des Konkurrenten Öl, der auch kräftig die Unsicherheit über die Erdgasvorräte schürte. Doch schon damals war klar, „dass langfristig Erdgas zur Verfügung steht, um den heute absehbaren Bedarf bis weit in das nächste Jahrtausend“ zu decken, wie es Christoph Brecht, der Präsident der Internationalen Gas-Union, formulierte.
Mit 2.648 neuen Kunden erzielte die GVG 1984 denn auch einen Jahresrekord. Zur weiteren Erschließung von Erftstadt investierte der Versorger mutig 18 Millionen Mark, hauptsächlich für 71 Kilometer Rohrleitungen und die notwendigen Stationen. Dies half, einen weiteren Spitzenwert zu erreichen: Drei Jahre später verkaufte die GVG erstmals rund eine Milliarde Kilowattstunden Erdgas.
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