Am Erdgas-Netzanschluss liegt die Schnittstelle zur Gasübergabe "für den Hausgebrauch" - und zugleich die Schnittstelle der Zuständigkeit. Denn ab der Haupt-Absperreinrichtung des Netzschlusses liegt die Verantwortung für die Gas-Installation in den Händen von Eigentümern und Mietern.
Sicherheit im Haus: Dichtheitsprüfung alle 12 Jahre...
Vor der ersten Inbetriebnahme müssen alle Gasleitungen im Haus auf Dichtheit geprüft werden - sonst wird der Anschluss nicht freigegeben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Eigentümer oder Mieter diese Dichtheitsprüfung etwa alle 12 Jahre wiederholen lassen. Natürlich von einem eingetragenen Fachbetrieb!
... und "Hausschau"-Check einmal im Jahr.
Mit der richtigen Behandlung und der regelmäßigen Hausschau sorgen Sie dafür, dass Ihre Gasanlage intakt bleibt und Risiken gar nicht erst entstehen. Der Jahres-Check ist schnell gemacht, und Sie brauchen dafür auch keine besonderen technischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Genaues Hinschauen genügt!
Jahres-Check, Teil 1: Der Gasleitungs-Check
Jahres-Check, Teil 2: Der Gasgeräte-Check
Teil 1: Der Gasleitungs-Check
Absperreinrichtungen frei zugänglich?
So können sie aussehen: Haupt-Absperreinrichtungen am Netzanschluss.
Absperreinrichtungen dienen dazu, im "Falle eines Falles" oder bei kurzfristiger Stilllegung von Gasanlagen die Gaszufuhr zu unterbrechen. Die Haupt-Absperreinrichtung sitzt dort, wo die Gasleitung durch die Wand ins Haus kommt, manchmal auch in einem Anschlusskasten außerhalb des Gebäudes. Sie trennt die gesamte Gasanlage von der Gaszufuhr ab. Außerdem gibt es eine weitere Absperreinrichtung direkt vor dem Gaszähler im Keller oder in der Wohnung.
Halten Sie diese Absperreinrichtungen immer gut zugänglich. Denken Sie daran:
Im Notfall muss man ganz schnell dort heran.
Gasleitungen gut befestigt...
Gasleitungen verlaufen oft frei verlegt vor der Wand oder unter der Decke. Achten Sie darauf, dass sie entsprechend gut befestigt sind und keine Durchhänger haben.
Ebenfalls wichtig: Gasrohre sind keine Lastenträger. Also weg mit Fahrrad, Blumenampel oder Babywippe von der Gasleitung - auch wenn's noch so praktisch wäre...
... und einwandfrei im Schuss?
Gasleitungen sind aus hochwertigem Material gefertigt, das eine lange Lebensdauer sicherstellt. Irgendwann kann aber auch hier der Zahn der Zeit nagen - vor allem in feuchten, unbelüfteten Räumen, z.B. in Kellern oder Waschküchen. Schauen Sie deshalb besonders genau hin:
- wenn Gasleitungen durch Wände und Decken führen
- wenn Gasrohre neben, unter oder über anderen Leitungen verlaufen
- wenn Gasrohre in feuchten oder unbelüfteten Räumen verlegt sind.
Blättert irgendwo die Farbe ab? Da können Sie ruhig selbst zum Pinsel greifen.
Sieht die Gasleitung angegriffen aus? - vielleicht, weil von einer Kaltwasserleitung darüber ständig Schwitzwasser heruntertropft? Dann auf keinen Fall Do-it-yourself - rufen Sie den Fachmann!
Rohre verkleiden? Dann aber für Lüftung sorgen!
Sie wollen die Gasleitungen in Keller oder Wohnung verkleiden, damit es schöner aussieht? Warum nicht - aber achten Sie unbedingt auf Lüftungsöffnungen in der Verkleidung. Denn der Hohlraum dahinter muss immer gut durchlüftet sein!
Teil 2: Der Gasgeräte-Check
Auch Ihre Gasgeräte brauchen frische Luft: Verbrennung funktioniert nur mit Sauerstoff - und den nehmen sich insbesondere Gasgeräte alter Bauart meist aus der Luft im Aufstellraum. Nur Raumluft unabhängige Gasgeräte bekommen ihre Verbrennungsluft direkt von draußen - Ihr Fachmann sagt Ihnen mehr dazu.
Genug Luft zum "Atmen"?
In vielen Fällen sorgen spezielle Verbrennungsluftöffnungen in Türen oder Wänden des Aufstellraums für den notwendigen Nachschub an frischer Luft. Klar, dass diese Öffnungen auch offen bleiben müssen - sonst bleibt Ihrem Gasgerät buchstäblich die Luft weg!
Alles prima abgedichtet - oder zusätzliche Geräte angeschafft?
Wollen Sie Fenster und Türen in Aufstellraum oder Wohnung abdichten oder neu einbauen? Oder wollen Sie in der Nachbarschaft von Gasgeräten andere Geräte installieren, die ebenfalls Luft aus dem Raum oder der Wohnung "abzapfen" - eine Abluft-Dunstabzugshaube oder einen Abluft-Wäschetrockner zum Beispiel? Dann sprechen Sie auf jeden Fall mit einem Fachmann - mit Ihrem Schornsteinfeger oder Ihrem Installateur. Denn auch diese Veränderungen können die Luftversorgung Ihres Gasgerätes beeinflussen.
Gas aus der Steckdose?
Ist Ihr Gasherd an einer praktischen Gas-Steckdose angeschlossen? Dann prüfen Sie bitte den Schlauch: Er darf nicht verknickt oder verdreht sein. Auch zu heiß darf es ihm nicht werden: Also auf genügend Abstand zu den offenen Flammen und der heißen Umgebung des Backofens achten!
Schmutz schluckt nicht nur Energie
Bei Gasgeräten, die ihre Verbrennungsluft aus dem Aufstellungsraum entnehmen, können vor allem Staub oder Flusen - vom Wäschetrocknen, von der Werkbank, aus der Küche - die feinen Düsen im Gasbrenner mit der Zeit zusetzen. Die Folge: Die Verbrennung wird schlechter, der Energieverbrauch steigt, das Risiko einer Störung im Gerät nimmt zu. Im Extremfall kann durch eine schlechte, unvollständige Verbrennung sogar Kohlenmonoxid entstehen - und das kann Vergiftungsgefahr bedeuten.
Wartung notwendig?
Moderne Technik kann viel, aber Dauerbetrieb wirkt sich irgendwann bei jedem Gerät aus - sogar bei neuen Raumluft unabhängigen Gasgeräten mit ihrem deutlich geringeren Wartungsbedarf.
Ihr Schornsteinfeger überprüft regelmäßig Ihr Gasgerät und die Abgasanlage. Er sagt Ihnen, wann eine Wartung notwendig ist. Falls erforderlich, sollten Sie umgehend Ihren Installateur oder Heizungsbauer mit der Wartung beauftragen. Das Gasgerät wird dabei gründlich gereinigt und ggf. der Brenner neu eingestellt. Sind Teile abgenutzt, kann sie der Fachmann sie vorsorglich gleich austauschen. So arbeitet Ihr Gasgerät immer sparsam und zuverlässig - über lange Zeit.
Ist eine Wartung überfällig? Hieran erkennen Sie es:
bei sichtbarer Flamme: Flamme brennt mehr gelb als blau
Rußspuren, Verschmutzungen, Verfärbungen am, im oder um das Gasgerät
ungewöhnliche Geräusche beim Anspringen
auffälliger Geruch beim Betrieb
beschädigte oder fehlende Bedienungsknöpfe
Weist Ihr Gasgerät den einen oder anderen Schwachpunkt auf? Sprechen Sie in diesem Fall schnell mit einem Fachmann.
Sicherheit in Ihren Händen: Ihre Liste für den Jahres-Check
Ja / Nein Absperreinrichtungen an Netzanschluss und Zähler frei zugänglich?
Ja / Nein Gasleitungen in einwandfreiem Zustand, besonders an Wand- bzw. Deckendurchführungen sowie in feuchten, unbelüfteten Räumen?
Ja / Nein Alle Gasleitungen gut befestigt und frei von "Anhängseln"?
Ja / Nein Lüftungsöffnungen an Verkleidungen vorhanden?
Ja / Nein Verbrennungsluftöffnungen an Wand oder Tür des Aufstellraums der Gasgeräte offen?
Ja / Nein Ausreichende Verbrennungsluftzufuhr bei Abdichtung bzw. Neu-Einbau von Fenstern und Türen sichergestellt?
Ja / Nein Bei der Installation neuer Abluft-Dunstabzugshauben oder Abluft-Wäschetrockner mit dem Fachmann gesprochen?
Ja / Nein Schlauch vom Herd zur Gassteckdose ohne Knick sowie ausreichend von Flammen und Hitze entfernt?
Ja / Nein Bei sichtbarer Flamme am Gasgerät: Brennt sie durchgehend blau?
Ja / Nein Gasgeräte intakt und ohne Rußspuren, Betrieb ohne auffälligen Geruch oder ungewöhnliche Geräusche?
Alles mit "Ja" beantwortet? Prima, Ihre Gasanlage ist augenscheinlich in Ordnung. Auf Wiedersehn beim nächsten Hausschau-Check in einem Jahr!
Sie haben irgendwo ein "Nein" ankreuzen müssen? Dann sollten Sie die Schwachstelle umgehend beseitigen lassen! Sprechen Sie so bald wie möglich mit Ihrem Installateur oder Heizungsbauer, mit dem Schornsteinfeger oder mit einem Mitarbeiter Ihres Gasversorgungsunternehmens!
Quelle: DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches
Technisch-wissenschaftlicher Verein





